Erdmandeln
Kaum zu glauben, dass die kleinen, unscheinbaren Knöllchen so polarisieren können: so gilt die Erdmandel, Cyperus esculentus, in den Niederlanden als besonders gefährliches Unkraut und wird daher gnadenlos verfolgt und ausgemerzt. In der Region Valencia hingegen wird das Sauergrasgewächs liebevoll kultiviert und bildet die Basis für das spanische Kultgetränk „Horchata de Chufa“, der Erdmandelmilch.
Jahrhundertelange Tradition
Bereits in Pharaonengräbern wurden Erdmandeln gefunden, was darauf schließen lässt, dass wir es mit einer uralten Kulturpflanze zu tun haben. Im achten Jahrhundert brachten die Araber das genügsame Kraftpaket in den Mittelmeerraum. Besonders Spanien wurde zur neuen Heimat für die „Chufa“, da sie eine preisgünstige und gesunde Alternative zu Nüssen und Mandeln darstellt.
Erscheinungsbild
Die oberirdischen Pflanzenteile erreichen eine Wuchshöhe von etwa 50 cm. An den unterirdischen Ausläufern bilden sich im Herbst erbsengroße, runzelige Knöllchen, so genannte Reservestofforgane, die zwischen September und Dezember geerntet werden. Aufgrund der Frostempfindlichkeit zählt die Erdmandel in unseren Breitengraden zu den einjährigen Pflanzen. Einige Früchte werden daher getrocknet und überwintert, um sie im nächsten Frühjahr wieder auszupflanzen.
Gesundheitlicher Wert
Erdmandeln enthalten wichtige essentielle Fettsäuren, Kohlehydrate, Eiweiß und wertvolle Spurenelemente. Aufgrund des hohen Ballaststoffanteils haben sie einen besonders positiven Einfluss auf die Verdauung. Sie werden auch von Allergikern sehr gut vertragen, da sie sowohl laktose- als auch glutenfrei sind. Geröstet, eingeweicht oder gemahlen finden sie ein vielfältiges Einsatzgebiet in der Küche. Das geschmacksneutrale Öl, das aus Erdmandeln gewonnen wird, ähnelt in seiner Zusammensetzung dem Olivenöl, und liefert somit einen wertvollen Beitrag zur gesunden Ernährung.
